Der NABU fragt: Wo ist „Lurchi“ geblieben?

Feuersalamander gehören zu den Verantwortungsarten in Deutschland / Das Volksbegehren „Artenvielfalt.Jetzt!“ setzt sich für den Erhalt des Lebensraums ein


„Lurchi“ – der liebevolle Kosename einer für einen Schuhhersteller zu Werbezwecken erfundenen Comicfigur darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der tierischen Vorlage, dem Feuersalamander, alles andere als gut geht: Nicht nur der seit einigen Jahren grassierende, als „Salamanderfresser“ bekannte Bsal-Pilz aus Asien setzt Feuersalamander & Co. zu, da dieser die empfindliche Haut der Amphibien angreift, sondern insbesondere der fortschreitende Lebensraumverlust hat dazu geführt, dass wildlebende Amphibien und Reptilien zu den hochgefährdeten Arten weltweit gehört.


Der Feuersalamander benötigt naturnahe Wälder. - Foto: Kathy Büscher
Der Feuersalamander benötigt naturnahe Wälder. - Foto: Kathy Büscher

Immer seltener sieht man in feuchten Sommernächten am Waldrand die Schwanzlurche mit der charakteristischen schwarz-gelben Färbung, da auch die Laubmischwälder in der Mittelgebirgsregion im Weserbergland in den letzten Jahrzehnten immer intensiverer Nutzung unterzogen worden sind. Dabei ist der Feuersalamander eine wichtige Zeigerart für intakte Laubwaldgesellschaften mit viel Totholz und kühlen Quellbächen. Wasserbauliche Maßnahmen sowie die Zerschneidung von Lebensräumen durch Straßen- und Wegebau setzen dem Salamander neben intensiver forstlicher Nutzung zu, sodass gehandelt werden muss.

 

 

Das Volksbegehren „Artenvielfalt.Jetzt!“ setzt sich für den Lebensraum des Feuersalamanders ein, für den Deutschland eine besondere Verantwortung zum Erhalt der Art trägt. So sollen insbesondere die wertvollen Laubmischwälder der Mittelgebirgsregion mit einem mehr als 1.000 Hektar großen Waldwildnisgebiet im Solling besonders geschützt werden. Für die Waldflächen, die sich im Eigentum des Landes Niedersachsen befinden, sollen Klima- und Naturschutz Vorrang vor anderen Zielen der Waldbewirtschaftung haben. Um einer weiteren Zerschneidung der Lebensräume entgegenzuwirken, sieht das Volksbegehren ebenfalls vor, dass die Bodenversiegelung bis 2050 auf netto null reduziert wird. 


Wer die Lebensräume für Lurchi & Co. erhalten möchte, kann in vielen Rintelner Geschäften für das Volksbegehren sein Votum abgeben, beispielsweise im Bioladen „Querbeet“, in der Buchhandlung „Buch & Wein“ oder in der Kaffeerösterei Niemeyer. Eigene Listen gibt es im Natur- und Umweltschutzzentrum (NUZ) oder lassen sich über die Kampagnenhomepage anfordern: artenvielfalt.jetzt/material.