Nach den jüngsten Äußerungen des Bad Nenndorfer Stadtdirektors Mike Schmidt zur Kritik des 1. stellvertretenden Landesvorsitzenden Dr. Nick Büscher an der ökologischen Ausrichtung der Landesgartenschau nimmt der NABU Niedersachsen erneut Stellung. Landesvorsitzender Prof. Dr. Holger Buschmann erklärt:
„Die Kritik an der Landesgartenschau in Bad Nenndorf ist leider berechtigt, da weder die Planung der Großveranstaltung noch die Ausführung sich an den Kriterien der Nachhaltigkeit messen lassen können. Leider fällt damit Bad Nenndorf deutlich hinter die letzten Landesgartenschauen in Niedersachsen zurück und verpasst damit die Chance, ein landesweites Aushängeschild für das Schaumburger Land zu werden.“
Der Fokus auf umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen im Kurpark, verbunden mit der Zerstörung von Kompensationsflächen und großflächiger Entnahme von Totholz, wirkt wie aus der Zeit gefallen – ohne erkennbaren Mehrwert für Mensch und Natur. Insgesamt wird die Landesgartenschau in Bad Nenndorf aus Sicht des NABU Niedersachsen spätestens dann zu einer ökologischen Katastrophe, wenn sogar das Landschaftsschutzgebiet dafür geopfert wird. Eigentlich sollten Landschaftsschutz und Landesgartenschau keine Gegensätze darstellen.
„Der jetzt bekannt gewordene Beschluss des Verwaltungsausschusses, den ursprünglich nur temporär geplanten Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet 'Süd-Deister' dauerhaft zu erhalten, ist für uns nicht akzeptabel“, so Buschmann weiter. Es ist in Zeiten von kaum gebremster Bodenversiegelung und Flächenfraß niemandem zu vermitteln, warum ausgerechnet für eine Landesgartenschau ein Landschaftsschutzgebiet in Teilen gelöscht werden soll. Dies widerspricht zudem dem Naturschutzgesetz, wonach der Flächenverbrauch deutlich reduziert werden muss. Der NABU Niedersachsen hätte sich hier eine stärkere Einbindung des ÖPNV gewünscht, um eine nachhaltigere Ausrichtung erkennen zu können.
Auch das angeführte Argument einer möglichen Entlastung des Knotenpunkts zur Mooshütte überzeugt den Landesvorsitzenden nicht: „Der Zubringer zum Parkplatz liegt auf der gegenüberliegenden Seite – eine Entlastung für Mooshütte und Cecilienhöhe erfolgt dadurch nicht.“ Zudem liegen die Parkplatzflächen zu weit entfernt von Kurpark und Deister, um dort für Entlastung zu sorgen.
Kritik übt der NABU Niedersachsen auch an mangelnder Transparenz: Nach Auskunft der Naturschutzbehörde gab es keine Abstimmung mit dem Landkreis Schaumburg zum Parkplatz, lediglich eine Anfrage oder Ankündigung.
Besonders bedauerlich sei, dass der 1. stellvertretenden Landesvorsitzende persönlich angegriffen worden ist, dessen Legitimation und Gesprächsbereitschaft infrage gestellt wurde. Der Landesvorsitzende Prof. Dr. Buschmann stellt klar: „Die Haltung des 1. Stellvertretenden Landesvorsitzenden entspricht der Position des Landesverbandes zur Landesgartenschau. Auch die NABU-Gruppen im Schaumburger Land sehen die Großveranstaltung äußerst kritisch. Die Gesprächsbereitschaft war zudem da. Wenn aber der vereinbarte Termin von Seiten der Stadt abgesagt wird und der neue Termin von der Stadt ohne Rücksicht auf Dienstzeit von ehrenamtlich tätigen Personen festgelegt wird, ist es eine Unverschämtheit, aus der Nichtanwesenheit einen Vorwurf zu machen.“
Der NABU Niedersachsen ist dennoch weiterhin zu einem ernsthaften und ehrlichen Dialog bereit, einen Scheindialog wird er allerdings nicht mitmachen.