
Mit Unverständnis reagiert der NABU Rinteln auf die Ankündigung des Projektträgers getproject, das umstrittene Windkraftprojekt in Westendorf bis 2029 trotz aller Widerstände umsetzen zu wollen, gefährdet dies doch die Artenvielfalt in der Auenlandschaft Hohenrode: „Unsere Eigentumsflächen liegen keinen Kilometer von der ersten geplanten Windkraftanlage entfernt, so dass hier eine erhebliche Beeinträchtigung zu erwarten ist“, wie Dr. Nick Büscher, Vorsitzender des NABU Rinteln betont. Die Flächen, die sich mittlerweile im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe befinden, haben sich in den letzten Jahren zu einem Refugium für Seeadler, Fischadler und Flussseeschwalbe sowie zahlreiche andere Brut- und Rastvogelarten entwickelt. Das Naturkleinod in der Weserschleife besitzt landesweite Bedeutung für Brutvögel und sogar nationale Bedeutung für Rastvögel.
„Ein Windkraftprojekt in relativer Nähe zur Auenlandschaft Hohenrode gefährdet die Erfolge des Arten- und Naturschutzes der letzten Jahrzehnte und sollte nicht weiter verfolgt werden, wenn der Projektierer es mit der Nachhaltigkeit ernst meinen sollte“, wie Büscher betont. Die vorliegende und für rechtwidrig erklärte Genehmigung zur Errichtung der Windkraftanlagen fußt auf der artenschutzfachlichen Einschätzung, die mittlerweile mehr als zehn Jahre alt ist, was aus Sicht des NABU keine sichere Grundlage mehr darstellt – unabhängig von den noch beizubringenden artenschutzfachlichen Fledermausgutachten. „Es ist davon auszugehen, dass die Windkraftanlagen aus artenschutzfachlicher und -rechtlicher Sicht heute gar nicht mehr genehmigungsfähig wären“, wie Büscher betont. Und getproject sollte laut Büscher einsehen, dass dies in jeglicher Hinsicht eine Fehlinvestition ist. „Das Windkraftprojekt in Westendorf sollte nach einem Vierteljahrhundert Diskussion endlich ad acta gelegt werden“, wie Büscher betont.

Der NABU Rinteln teilt im vollen Umfang die rechtliche und fachliche Einschätzung der Stadt Rinteln und ist dankbar für die Unterstützung, um diesen Bereich des Wesertals von Windkraftanlagen freizuhalten: „Der Fokus muss hier auf der Auenentwicklung liegen und auf diese Weise einen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz leisten“, wie Büscher betont. Flussauen stellen laut NABU wichtige natürliche Kohlenstoffsenken dar und sorgen zudem dafür, die Landschaft an die Klimawandelfolgen anzupassen. Der NABU beteiligt sich aktiv an der Umsetzung des Bundesprogramms Blaues Band Oberweser und setzt hier mit weiteren Akteuren die richtigen Impulse.